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Gedanken zum Blitzschlag am Großglockner

Ein Blitz hat Mitte August das Gipfelkreuz am höchsten Berg Österreichs fast zum Absturz gebracht. Auf einem Bild einer Tageszeitung konnte man erkennen, dass am Kreuz Gebetsfahnen befestigt waren. Wir sehen: Eine Religion gesellt sich neben die andere; so ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch der Halbmond und andere Religionssymbole neben dem Kreuz sich einfinden. Das Kreuz Christi richtig verstanden kann nicht neben anderen Religionen stehen, weil es dann gegenstandslos wird; warum? Die Erlösung, die das Kreuz andeutet, besteht in der Liebesbeziehung zu diesem Gott, der Mensch geworden und hingerichtet hier dargestellt wird, und damit ist Glaube mehr ein Ereignis als ein „Gegenstand“. Denn nur wer vertrauensvoll zu ihm aufschaut wie das Volk in der Wüste (vgl. Num 21,8f), kann durch Christus erlöst werden. Für die anderen bleibt das Kreuz das Objekt gleich der Schlange, die es zu meiden gilt. So betrachtet wird das Ereignis des Blitzeinschlages zu einem trächtigen Symbol: Wenn die Menschen in Österreich sich lieber anderen Religionen zuwenden wollen, dann braucht es das Kreuz nicht mehr, dann wird das Kreuz aus dem öffentlichen Leben Österreichs „abstürzen“.

Hannes Binder, Priester der Diözese Innsbruck

Last Updated ( Donnerstag, 02 September 2010 )
 
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