Sonderausstellung Kaiser Maximilian

„…im fried, vnnd einigkeit…“

Das Tiroler Zisterzienserstift Stams bietet ab dem 13. April 2019 eine interessante Schau zu Kaiser Maximilian unter dem Titel „…im fried, vnnd einigkeit…“. Im Sommer des Jahres 1497 traf sich der damalige römisch-deutsche König mit einer Gesandtschaft des türkischen Sultans Bajezid II. auf einer Wiese vor dem Kloster Stams. Vertreten waren dabei auch mehrere deutsche Kurfürsten und Bischöfe, der Legat Papst Alexanders VI., sowie Gesandtschaften aus Venedig, Mailand, Neapel und Spanien. Diese „große Welt“ traf sich im Oberinntal, um dort den Grundstein für einen Frieden zwischen der abendländischen Christenheit und dem Osmanischen Reich zu legen. Dieser im Jahr darauf in Istanbul unterzeichnete Friedensvertrag überdauerte den Tod Maximilians und Bajezids. Mit dem ersten ungarischen Feldzug und der Einnahme Belgrads 1521 durch Sultan Süleyman I. war er jedoch endgültig beendet.

Die Sonderausstellung widmet sich den verschiedenen Aspekten dieses Treffens und der Beziehung Maximilians zum Stift Stams. Themen sind u.a. die Türkenpolitik Maximilians, Stift Stams um 1500, der Verlauf und die Folgen des Friedenstreffens von 1497, sowie die Jagd als Mittel der höfischen Diplomatie. Die Ausstellung beschäftigt sich auch mit dem komplexen Verhältnis des Zisterzienserordens zum Islam: So war etwa Bernhard von Clairvaux einer der Adressaten der ersten lateinischen Koranübersetzung veranlasst durch Petrus Venerabilis, Abt von Cluny. Entgegen der antiislamischen Polemik, die ein unrichtiges und stark verzerrtes Bild des Islam und seines Propheten verbreitete, behandelte der Zisterzienser und Bischof Otto von Freising in seiner Weltchronik Historia de duabus civitatibus – Geschichte zweier Welten – den Islam um einiges differenzierter. Auch der Brixener Diözesanbischof Nikolaus von Kues trat in seinem Werk De pace fidei – Über den Religionsfrieden – für einen fast utopisch zu nennenden Zustand zwischen den Religionen ein, und dies in der erhitzten Debatte nach dem Fall Konstantinopels 1453. Mit dem Spanier Juan de Segovia pflegte Kues einen brieflichen Austausch. Beider Werke ragen aus der sonstigen Haltung der Zeit heraus, die von Kreuzzugsplänen gegen die Türken und einer die Osmanen dämonisierenden Haltung geprägt war.

Zu sehen sind u.a. Portraits und Abbildungen der Teilnehmer am Friedenstreffen, ein zum Thema passender Querschnitt aus der reichhaltigen Dürer-Sammlung des Stiftes, eine über 3 Meter große Wiedergabe der Ehrenpforte Maximilians sowie ein Film, der über die Geschehnisse in Stams im Jahr 1497 informiert. Absolute Highlights sind das „Konterfeibuch“ Maximilians, das Gouachen der wichtigsten Persönlichkeiten seiner Zeit und der nachfolgenden Generation zeigt, sowie der handgeschriebene und gezeichnete Trauerzug für Kaiser Ferdinand I. Das Konterfeibuch kam mit dem Tode Maximilians nach Wels und gelangte von dort in das Stift Seitenstetten, das diese Leihgabe zur Verfügung stellt. Beide Objekte waren der Öffentlichkeit bisher noch niemals zugänglich.

Die Ausstellung dauert von 13. April bis 27. Oktober 2019.