{"id":103,"date":"2011-09-30T11:16:46","date_gmt":"2011-09-30T11:16:46","guid":{"rendered":"http:\/\/stiftstams.at.dd28716.kasserver.com\/?page_id=103"},"modified":"2012-05-24T11:49:05","modified_gmt":"2012-05-24T11:49:05","slug":"stiftskirche","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.stiftstams.at\/?page_id=103","title":{"rendered":"Stiftskirche"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-298\" title=\"Basilika_2\" src=\"http:\/\/stiftstams.at.dd28716.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Basilika_2.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.stiftstams.at\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Basilika_2.jpg 960w, https:\/\/www.stiftstams.at\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Basilika_2-300x109.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/p>\n<p>Der Mittelpunkt der gesamten Klosteranlage und auch des kl\u00f6sterlichen Lebens ist die Stiftskirche. Seit September 1984 ist sie eine &#8222;basilica minor&#8220;.<\/p>\n<h2>Rosengitter<\/h2>\n<p>Die Rundbogenarkade von der Vorhalle zur Heilig-Blut-Kapelle f\u00fcllt das pr\u00e4chtige, 1716 vom Silzer Kunstschlosser Bernhard Bachnetzer (gest. 1753) vollendete Rosengitter. Es besteht in Summe aus 80 Rosen, wovon keine der anderen gleicht! Bachnetzer soll sechs Jahre an Arbeit investiert haben, um sein Werk zu schaffen. Im Bogenfeld \u00fcber der Darstellung der Heilig-Blut-Reliquie wird das Wappen des auftraggebenden Abtes Augustin II. Kastner von Blattwerk umkr\u00e4nzt und von der Mitra bekr\u00f6nt.<\/p>\n<h2>F\u00fcrstengruft<\/h2>\n<p>Gegen\u00fcber dem Kircheneingang beherrscht die Gruftanlage mit der \u00fcberragenden Kreuzigungsgruppe aus Christus, Magdalena, Maria und Johannes Evangelist das westliche Langhaus. Sie stammt von dem Bildhauer Andreas Thamasch (1639 bis 1697) aus See im Paznaun. Er war Geselle bei Thomas Schwanthaler in Ried im Innkreis und u.a. im Mutterkloster Kaisheim t\u00e4tig und zeichnet in den Jahren 1681 bis 1684 f\u00fcr das Gesamtkonzept des so genannten. &#8222;\u00d6sterreicher Grabs&#8220; verantwortlich. Es handelt sich um die repr\u00e4sentative Gedenkst\u00e4tte der in Stams begrabenen Tiroler Landesf\u00fcrsten und ihrer Familienmitglieder, die zugleich einen deutlichen Gegenpol zum Hochaltar setzt und die \u00dcberl\u00e4nge des Kirchenschiffes optisch mindert.<br \/>\nIn der Confessio-Anlage stehen in Bogennischen auf Sockeln links die lebensgro\u00dfen, geschnitzen und vergoldeten Figuren der Anna von Braunschweig, des Herzogs Friedrich mit der leeren Tasche, der Elisabeth von der Pfalz und des Grafen Meinhard II von G\u00f6rz-Tirol, rechts jene des Grafen Heinrich von Tirol, der Kaiserin Maria Bianca Sforza, der zweiten Gemahlin Maximilians I, des Erzherzogs Sigmund des M\u00fcnzreichen und der Elenore von Schottland. In den r\u00fcckw\u00e4rtigen Nischen befinden sich die kleineren Skulpturen von vier F\u00fcrstenkinder.<\/p>\n<h2>Kanzel<\/h2>\n<p>Die prachtvolle, 1739 vollendete Kanzel des Bildhauers Andreas K\u00f6lle (1680 bis 1755) aus Fendels ist bis auf die Figuren vollst\u00e4ndig vergoldet. Die bestimmenden Gestaltungselemente sind geschwungene, verkr\u00f6pfte Gesimse, ausgepr\u00e4gte Voluten und eine F\u00fclle von Putten.<br \/>\n\u00dcber der Kanzelt\u00fcre befindet sich das Wappen des auftraggebenden Abtes Jakob Milbeck. Die zwei den Schalldeckel st\u00fctzenden Engel sind Symbole des Alten Testamentes und des Neuen Testamentes. Dar\u00fcber halten drei Puttenpaare Karten jener L\u00e4nder in ihren H\u00e4nden, die den Wirkungskreis des Zisterzienserordens markieren: Gallia, Italia und Germania.<\/p>\n<h2>Gew\u00f6lbe- und Wandbilder<\/h2>\n<p>Der Augsburger Johann Georg Wolcker f\u00fchrte von 1730 bis 1734 die Ausmalung der Stiftskirche durch, Franz Xaver Feuchtmayr schuf zwischen 1731 und 1734 die Stukkaturen.<br \/>\nDie gro\u00dfen, von schwungvollen Stuckprofilen gerahmten Hauptfelder im Scheitel des Mittelschiffgew\u00f6lbes zeigen Szenen aus dem Marienleben in der jahreszeitlichen Abfolge: Verk\u00fcndigung Mariens (25. M\u00e4rz, Fr\u00fchling), Mari\u00e4 Heimsuchung (2. Juli, Sommer), Mari\u00e4 Himmelfahrt (15. August, Sommer), Geburt Mariens (8. September, Herbst) und die Unbefleckte Empf\u00e4ngnis (8. Dezember, Winter).<br \/>\n\u00dcber der Orgelempore findet sich die Glorie des Hl. Bernhard mit den von Putten gehaltenen Leidenswerkzeugen als Hinweise auf die Meditation des Heiligen \u00fcber die Passion Christi.<br \/>\nIn den Seitenkapellen sind im Gew\u00f6lbefeld und an der westlichen, dem Altar gegen\u00fcberliegenden Wand Szenen aus dem Leben des hl. Bernhard sowie in den Eckkartuschen Sinnbilder von Eigenschaften des Heiligen zu sehen.<br \/>\nZu den fr\u00fchesten Fresken der Stiftskirche z\u00e4hlen die Gew\u00f6lbe- und Wandbilder in den beiden Apsiden des Chorraumes, die der Innsbrucker Maler Egyd Schor in der Tradition der r\u00f6mischen Scheinarchitekturmalerei gestaltet hatte. Die linke Apsis zeigt ein Rechteckbild von Christus und Gottvater als Teil einer Kr\u00f6nung Mariens, die rechte Apsis zeigt eine gemalte Oval\u00f6ffnung mit musizierenden Engeln.<\/p>\n<h2>M\u00f6nchschor<\/h2>\n<p>Das filigrane schmiedeeiserne Chorgitter von Michael Neurauter gew\u00e4hrt den Blick auf den weltber\u00fchmten fr\u00fchbarocken Hochaltar. Das Bild links an der Chorschranke zeigt Jesus Christus als &#8222;salvator mundi&#8220;, Erl\u00f6ser der Welt; beredtes Zeugnis gotischer Malerei eines unbekannten fl\u00e4mischen Meisters (2. H\u00e4lfte 15. Jahrhundert).<br \/>\nDas beeindruckende Chorgest\u00fchl wurde von Bruder Georg Zoller entworfen und ausgef\u00fchrt. Es ist kein musealer Raum, die im Hause anwesenden Patres treffen sich hier noch heute viermal des Tages zum gemeinsamen Chorgebet, welchem &#8222;nichts vorgezogen werden darf&#8220; (laut Regel des hlg. Benedikt).<br \/>\nDas sechzehnsitzige Chorgest\u00fchl mit den Aufsatzfiguren der Heiligen Benedikt und Bernhard sowie Putten, die deren Attribute halten, schuf um 1730 der Tischler Georg Zoller aus Silz unter Verwendung von Teilen des hochbarocken, um 1680 erstellten Gest\u00fchls.<\/p>\n<h2>Chororgel<\/h2>\n<p>Im Chorraum der Stiftskirche steht eine heute noch spielbare, anonyme Chororgel aus dem Jahr 1757 mit gr\u00f6\u00dftenteils original erhaltenem Pfeifenwerk. Sie wurde unter dem Musik liebenden Abt Rogerius Sailer errichtet und ist dem F\u00fcssener Orgelbaumeister Andreas J\u00e4ger (1704-1773) zuzuschreiben.<\/p>\n<h2>Hochaltar<\/h2>\n<p>Das ber\u00fchmteste sakrale Kunstwerk der Basilika wird wohl der fr\u00fchbarocke Lebensbaum-Altar sein: Vom Weilheimer K\u00fcnstler Bartlm\u00e4 Steindle 1609-13 erschaffen, repr\u00e4sentiert er heute das einzige noch erhaltene Meisterwerk dieser Altar-Lebensbaum-Konzeption.<br \/>\n84 holzgeschnitzte, zum gro\u00dfen Teil vergoldete, Figuren wurden in den filigranen Ranken des Lebensbaumes gruppiert, er selbst mi\u00dft 19 Meter an H\u00f6he. Der kostbare &#8222;Saft des Lebens&#8220; ver\u00e4stelt sich, beginnend mit den dickeren Str\u00fcnken im Wurzelbereich des Baumes, in mannigfaltiger Weise und &#8222;tr\u00e4gt&#8220; so das Haus der Kirche, mit ihr alle Menschen. Mutter des Glaubens, sozusagen als edelste Frucht am Baume, ist Maria mit Jesus, um sie versammeln sich andere Figuren von gro\u00dfer Bedeutung (etwa links Petrus und Johannes der T\u00e4ufer, rechts Johannes Apostel und Paulus). Im oberen Bereich finden wir Maria Himmelfahrt und als Scheitelpunkt christlichen Glaubens Leiden, Tod, aber auch Auferstehung Jesu Christi.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der Mittelpunkt der gesamten Klosteranlage und auch des kl\u00f6sterlichen Lebens ist die Stiftskirche. Seit September 1984 ist sie eine &#8222;basilica minor&#8220;. Rosengitter Die Rundbogenarkade von der Vorhalle zur Heilig-Blut-Kapelle f\u00fcllt das pr\u00e4chtige, 1716 vom Silzer Kunstschlosser Bernhard Bachnetzer (gest. [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":253,"parent":20,"menu_order":-2,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":[],"categories":[],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/103"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=103"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/103\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":631,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/103\/revisions\/631"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/20"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/253"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=103"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=103"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=103"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}