{"id":15,"date":"2011-09-10T08:45:36","date_gmt":"2011-09-10T08:45:36","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/StiftStams\/?page_id=15"},"modified":"2013-03-11T08:06:00","modified_gmt":"2013-03-11T08:06:00","slug":"baugeschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.stiftstams.at\/?page_id=15","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-246\" title=\"Geschichte-Karte\" src=\"http:\/\/stiftstams.at.dd28716.kasserver.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Geschichte-Karte.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.stiftstams.at\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Geschichte-Karte.jpg 960w, https:\/\/www.stiftstams.at\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Geschichte-Karte-300x109.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/p>\n<p>Die erste urkundliche Erw\u00e4hnung des Namens &#8222;Stambs&#8220; f\u00e4llt in das Jahr 1065, es bezeichnet auf einer Urkunde ein Lehensgebiet der Edlen von Wangen. In dieser Siedlung existierte bereits eine vielbesuchte Wallfahrtskirche zum Hlg. Johannes dem T\u00e4ufer unweit des Areals der heutigen Pfarrkirche.<br \/>\nDie Geburtsstunde des Stiftes Stams schl\u00e4gt im Jahr 1273: Graf Meinhard II. von G\u00f6rz-Tirol beabsichtigte, hier ein Kloster zu stiften, welches fortan als Begr\u00e4bnisst\u00e4tte der Grafen von G\u00f6rz-Tirol dienen solle.<\/p>\n<p>Eine popul\u00e4re Legende besagt ferner, da\u00df die Gr\u00fcndung des Klosters auf den grausamen Tod des letzten Staufers Konradin &#8211; er wurde 1268 in Neapel enthauptet &#8211; zur\u00fcckzuf\u00fchren sei: Die Mutter Konradins, Elisabeth von Wittelsbach (gest. 1273, in erster Ehe mit dem Stauferk\u00f6nig Konrad IV. verheiratet), soll ihren Mann, Graf Meinhard II. gebeten haben, einen Ort des Ged\u00e4chtnisses f\u00fcr ihren so ungl\u00fccklichen Sohn zu stiften (&#8222;Mors Conradini &#8211; Vita Stamsii&#8220;).<\/p>\n<p>1273 hielt der Gr\u00fcndungsconvent, unter ihnen der erste Abt Heinrich von Honstetten, Einzug in Stams, das Mutterkloster war die Zisterze Kaisheim (bei Donauw\u00f6rth in Bayern gelegen). Es mu\u00df als traurige Ironie der Geschichte betrachtet werden, da\u00df dieses Kloster am Beginn des 19. Jahrhunderts aufgehoben wurde (Stams widerfuhr \u00c4hnliches, doch gab es hier einen Neubeginn). Das erste h\u00f6lzerne Kloster lag unweit der heutigen Pfarrkirche, das heutige Stiftsareal konnte nach elfj\u00e4hriger Bauzeit 1284 bezogen werden. Graf Meinhard II. hat das Kloster mit Privilegien und Schenkungen reichlichst ausgestattet, soda\u00df sich wirtschaftliche Prosperit\u00e4t alsbald einstellte. 1295 starb Graf Meinhard, er wurde mit seiner Frau in der Gruft (heute links vor dem Hochaltar gelegen) der Stiftskirche beigesetzt.<\/p>\n<p>Rasch wurde Stams zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Zentrum der Region, Privilegien wurden erweitert bzw. best\u00e4tigt, Lehen existierten bis in den schw\u00e4bischen Raum und nach Bayern. Im 14. Jahrhundert wurde den Stamser Patres sogar die Bewahrung der Reichskleinodien f\u00fcr einige Jahrzehnte anvertraut.<\/p>\n<p>Das 16. Jahrhundert lie\u00df dann dunkle Schatten \u00fcber der Klostergemeinschaft aufziehen: 1525 kam es im Zuge der Bauernaufst\u00e4nde zu Pl\u00fcnderungsaktionen, 1552 devastierte Kurf\u00fcrst Moritz von Sachsen in den Wirren der Schmalkaldischen Kriege das Kloster abermals. Schlie\u00dflich vernichtete ein Gro\u00dffeuer 1593 gro\u00dfe Teile des Klosterkomplexes. Zwischen 1650 und 1750 setzt dann eine rege Baut\u00e4tigkeit in Stams ein, bei welcher u.a. die beiden markanten &#8222;Zwiebelt\u00fcrme&#8220; (unter Abt Edmund Zoz) errichtet und die Stiftskirche von romanischer Grundlage auf dem barocken Baustil umgewandelt wurde. Auch stammt die wesentliche barocke bis rokoko-stilistische Innenausstattung (Deckenfresken, Stukkaturen, die schmiedeeisernen Gitter nebst anderem) der Kirche aus dieser Zeit. Eine Klosterschule wird unter Abt Thomas Lugga (fr\u00fches 17. Jhdt.) erw\u00e4hnt, seit 1778 gab es auch f\u00fcr einige Jahre ein Chorseminar f\u00fcr Knaben.<\/p>\n<p>Die politischen Umw\u00e4lzungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts machten auch vor Stams nicht halt: Der S\u00e4kularisierungswelle unter dem &#8222;Aufkl\u00e4rer&#8220; Josef II. entronnen, hoben die bayerischen Beh\u00f6rden &#8211; es war die Zeit der Besatzung! &#8211; 1807 das Kloster auf, 1816 wurde es aber unter Kaiser Franz I. wiedererrichtet. Auch Kaiser Franz Joseph hat Stams einmal besucht, eine Gedenktafel links unterhalb des Rosengitters erinnert daran.<\/p>\n<p>1938 wurde das Stift Stams von den nationalsozialistischen Machthabern besetzt und ein Jahr sp\u00e4ter offiziell aufgel\u00f6st, die Patres unter fadenscheinigen Vorw\u00fcrfen verh\u00f6rt, eingesperrt, ins Exil getrieben. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs diente die Stiftskirche als Lagerhalle, in den anderen R\u00e4umlichkeiten waren Optanten aus S\u00fcdtirol und gegen Kriegsende Fl\u00fcchtlinge aus den deutschen Ostgebieten untergebracht. 1945 gab es einen zweiten Neubeginn, wesentlich zur Konsolidierung des monastischen Lebens haben M\u00f6nche aus der Zisterzienserabtei Sticna (Sittich) im damaligen Jugoslawien (heute Slowenien) beigetragen, welchen nach der Flucht vor den kommunistischen Schergen Titos Stams eine neue Heimat werden sollte, unter ihnen der popul\u00e4re Pater Stefan Krizisnik und der sp\u00e4tere Abt Pater Bernhard Slovsa.<\/p>\n<p>Unter Abt Bernhard (1973-1985) wurde die Stiftskirche grundlegend renoviert (u.a. der fr\u00fchbarocke Hochaltar von B. Steindle mit erheblichem finanziellen Aufwand) und Stams wurde auch zur politisch-gesellschaftlichen Begegnungsst\u00e4tte, als hier u.a. der Staatsbesuch des schwedischen K\u00f6nigspaares 1979 Station machte und 1984 der deutsche Bundespr\u00e4sident von Weizs\u00e4cker dem Stift einen Besuch abstattete. Im selben Jahr erhob Papst Johannes Paul II die Stamser Stiftskirche in den Rang einer &#8222;Basilica minor&#8220;, ein Jahr sp\u00e4ter erfolgte die Verleihung des Preises &#8222;Europa Nostra&#8220; f\u00fcr die herausragend gelungene Renovierung der Stiftskirche.<\/p>\n<p>Seit 1998 erfolgt durch die ma\u00dfgebliche Initiative des Landes Tirol eine umfassende Dachsanierung des gesamten Klosterkomplexes. In diesem Zug wurde in der Stiftskirche die komplette Bleiverglasung saniert. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich 2013 abgeschlossen sein.<\/p>\n<p><em>Thomas Palfrader<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste urkundliche Erw\u00e4hnung des Namens &#8222;Stambs&#8220; f\u00e4llt in das Jahr 1065, es bezeichnet auf einer Urkunde ein Lehensgebiet der Edlen von Wangen. In dieser Siedlung existierte bereits eine vielbesuchte Wallfahrtskirche zum Hlg. 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