{"id":3557,"date":"2021-05-06T10:06:35","date_gmt":"2021-05-06T10:06:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stiftstams.at\/?p=3557"},"modified":"2021-05-06T10:06:35","modified_gmt":"2021-05-06T10:06:35","slug":"osterpredigt-abt-german-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftstams.at\/?p=3557","title":{"rendered":"Osterpredigt Abt German 2021"},"content":{"rendered":"Christus ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden, Halleluja!<\/p>\n<p>Br\u00fcder und Schwestern im Herrn,<\/p>\n<p>im Evangelium haben wir eben einen sehr ausf\u00fchrlichen, detaillierten und akribisch genauen Bericht \u00fcber das leere Grab Jesu geh\u00f6rt. Der Evangelist hat schon intuitiv gesp\u00fcrt: Es geht hier um etwas sehr zentrales und Wesentliches, es geht hier um den Kern des christlichen Glaubens.<\/p>\n<p>Es geht darum, dass die Frauen und die Apostel den am Kreuz verstorbenen Jesus nicht mehr bei den Toten gefunden haben, sondern, dass er zu einem neuen Leben auferstanden ist<\/p>\n<p>Wir haben es in der Lesung geh\u00f6rt:<\/p>\n<p>\u201aSie haben ihn an den Pfahl geh\u00e4ngt und get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt, und hat ihn erscheinen lassen. Zwar nicht dem ganzen Volk, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen.<\/p>\n<p>Die Bibel kennt mehrere Beispiele von Totenerweckungen, die von Jesus erwirkt wurden. Etwa jene des J\u00fcnglings aus Nain, der Tochter des Jairus, oder des Lazarus aus Bethanien, den Bruder von Martha und Maria. Es sind Berichte von tempor\u00e4ren Erweckungen von Menschen, deren Tod zuvor festgestellt worden war und denen durch die Kraft Jesu mit der Erweckung noch eine gewisse Lebensspanne hinzugef\u00fcgt wurde. Alle Erweckten mussten jedoch zu einem bestimmten Zeitpunkt definitiv in das Reich des Todes wechseln.<\/p>\n<p>Von Jesus hingegen bezeugen die Evangelisten, dass er am Ostermorgen zu einem neuen, nie mehr endenden Leben auferstanden war. Zu einer Art von Leben, welches das diesseitige Leben weit \u00fcbersteigt. Jesus ist zu einem verkl\u00e4rten Leben auferstanden. Er war nicht mehr gebunden an Ort und Zeit und offensichtlich hatte er auch ein anderes Aussehen, sodass die J\u00fcnger, obwohl sie mit ihm drei Jahre beisammen waren, immer wieder Probleme hatten, ihn zu erkennen. Der gro\u00dfe Unterschied der Auferstehung Jesu zu den anderen Totenerweckungen ist der: Jesus war wahrer Mensch und wahrer Gott. Jesus ist mit seinem Sterben voll in die Liebe des Vaters eingegangen und diese Liebe des Vaters ist unsterblich, wie der Gott und Vater Jesu Christi unsterblich und somit ewig ist. Zwar war der irdische Jesus wie alle anderen Menschen an die Grenzen der Leiblichkeit gebunden, weshalb er vor Leid, ja selbst vor dem Tod am Kreuz nicht verschont blieb, doch die Liebe zum Vater, diese einzigartige, innige, unverbr\u00fcchliche Liebesverbindung\u00a0 zu dem, der Liebe ist (1Joh 4,8), hat f\u00fcr ihn die Grenzen der Leiblichkeit gesprengt und so konnte er die T\u00fcre vom gestern ins morgen durchschreiten, die T\u00fcr vom Tod ins Leben.<\/p>\n<p>Die Liebe des Vaters hat diese T\u00fcre f\u00fcr den Sohn aufgesto\u00dfen; die Liebe des Sohnes zum Vater lie\u00df ihn die \u201aWand der Andersheit\u2018 durchschreiten und seither ist diese Mauer f\u00fcr alle die Gott in Liebe zugetan sind, gefallen und steht diese T\u00fcr f\u00fcr alle von Gott Geliebten f\u00fcr immer offen.<\/p>\n<p>Das ist die gro\u00dfe Botschaft von Ostern. Die T\u00fcr zum G\u00f6ttlichen, die T\u00fcr zu dem, der Quell der Liebe und des Lebens ist, ist offen, auch wenn das vielleicht viele Menschen in der derzeitigen Situation, in der wir unser Leben unter der Dunstglocke der Coronawolke fristen m\u00fcssen, nicht so wahrnehmen und sie sich verlassen und einsam f\u00fchlen: in einem Pflegeheim oder in einer Intensivstation oder in einem isolierten Singlehaushalt.<\/p>\n<p>Und trotzdem: die T\u00fcr ist offen und bleibt offen f\u00fcr alle, die dem Auferstandenen ihr Vertrauen schenken und ihre Hoffnung auf ihn bauen. Im ersten Petrusbrief (1 Petr 1) lesen wir: Durch ihn seid ihr zum Glauben an Gott gekommen, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, so dass ihr an Gott glauben und auf ihn hoffen k\u00f6nnt.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns Christen ist Ostern das Fest der Auferstehung und so ist es ein Fest der Hoffnung, das uns von der Angst zum Vertrauen f\u00fchrt. Ein Gedanke, den auch Papst Franziskus in seinen Ansprachen immer wieder aufgreift und wiederholt.<\/p>\n<p>Freilich: Wirkliches Vertrauen setzt den Glauben an die Aufrichtigkeit und Redlichkeit von uns selbst und den anderen voraus.\u00a0 Glaube w\u00e4chst aus dem Vertrauen. Ein Mensch, der aus welchem Grund auch immer, kein Vertrauen mehr hat und nur noch sich selbst vertraut tut sich mit dem Glauben schwer. Und Zeiten wie die derzeitige Corona-Krise zeigen uns deutlich: der Mensch ist nicht Herr der Dinge. Der weitverbreitete Glaube daran, dass alles von menschlicher Genialit\u00e4t planbar und machbar ist, hat sich \u2013 auch in Hinblick auf Corona \u2013 als falsch erwiesen. Der Weg ist steiniger als wir uns das noch vor einem Jahr vielleicht vorgestellt und gedacht haben.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche uns allen \u2013 in Hinblick auf die Corona-Krise aber auch in Hinblick auf alle unsere Lebenskrisen, das Vertrauen eines Kindes, das auf den Armen seiner Mutter getragen wird: wenn auch pl\u00f6tzlich bedrohliche Finsternis oder irritierende Ger\u00e4usche aufkommen: Das Kind wei\u00df: so lange ich von den Armen meiner Mutter getragen bin, wird alles gut ausgehen. Ganz instinktiv vertraut es seiner Mutter. Wehe aber, die Mutter (oder auch der Vater) gibt das Kind aus der Hand. Dann wird es von Angst \u00fcberw\u00e4ltigt und es beginnt (oft sehr heftig) zu schreien.<\/p>\n<p>Der Karfreitag hat dieApostel entt\u00e4uscht, ihnen die Hoffnung genommen und ihre Kraft zerst\u00f6rt. Irritiert durch das schlimme Ende all ihrer Erwartungen und Unternehmungen mit Jesus von Nazareth ziehen sie sich ver\u00e4ngstigt in den Abendmahlssaal zur\u00fcck und verschanzen sich dort. Sie waren innerlich gebrochen. Doch siehe: Pl\u00f6tzlich h\u00f6ren sie aufgeregte Stimmen: der Gekreuzigte ist nicht tot. Er hat die T\u00fcr vom Tod zum Leben durchschritten und ist durch die Liebe des Vaters in einem neuen Leben,<\/p>\n<p>das er mit allen teilen wird, die , wie er selbst, in der Liebe des Vaters geblieben sind.<\/p>\n<p>Jesus sagt: Wer Anteil hat an meinen Leiden, wird auch teilhaben an meiner Herrlichkeit.<\/p>\n<p>So d\u00fcrfen wir uns heute freuen, denn die Auferstehung Jesu hat dem Tod den Stachel genommen. Denn: der Herr ist am Kreuz gestorben, aber er ist auferstanden, damit wir das Leben haben und Anteil haben an seiner Herrlichkeit. Amen","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christus ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden, Halleluja! Br\u00fcder und Schwestern im Herrn, im Evangelium haben wir eben einen sehr ausf\u00fchrlichen, detaillierten und akribisch genauen Bericht \u00fcber das leere Grab Jesu geh\u00f6rt. 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