{"id":3559,"date":"2021-05-06T10:08:03","date_gmt":"2021-05-06T10:08:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stiftstams.at\/?p=3559"},"modified":"2021-05-06T10:08:03","modified_gmt":"2021-05-06T10:08:03","slug":"p-robert-zangerl-sterbegottesdienst-am-23-04-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftstams.at\/?p=3559","title":{"rendered":"P. Robert Zangerl Sterbegottesdienst am 23.04.2021"},"content":{"rendered":"Wir sagen: bei der Geburt eines jeden Menschen schl\u00e4gt Gott ein neues Kapitel in der Sch\u00f6pfungsgeschichte auf und es beginnt ein Leben zu wachsen, wie es in den vielen Millionen von Jahren noch nie in dieser Weise gelebt wurde, denn f\u00fcr jede und jeden hat Gott eine ganz pers\u00f6nliche Vision. Es ist der Weg der ganz pers\u00f6nlichen Berufungsgeschichte.<\/p>\n<p>Wir haben in der Lesung die Geschichte der Berufung des Samuel im Alten Testament geh\u00f6rt. Samuel kann nicht auf Anhieb diesen Ruf deuten. Aber es wiederholt sich und schlie\u00dflich nimmt er auf Anraten von Eli diesen Ruf als einen pers\u00f6nlichen Anruf, als seine pers\u00f6nliche Berufung an, l\u00e4sst sich darauf ein und richtet sein Leben danach aus.<\/p>\n<ol>\n<li>Robert hat schon als sehr junger Mensch seine Berufung zum geistlichen Leben versp\u00fcrt und erkannt Er hat diesen Ruf nicht ignoriert und auch nicht verdr\u00e4ngt, sondern er hat sich auf diesen Ruf eingelassen.<\/li>\n<li>Robert wurde am 28. Sep. 1934 in Ischgl geboren und auf den Namen Othmar getauft. Er hat hier in Stams die Maturaschule besucht und ist gleich nach seiner Matura 1952 hier in den Orden der Zisterzienser eingetreten und hat den Namen Robert, nach unserem Ordensgr\u00fcnder Robert von Molesmes, angenommen. Im ersten Jahr des Ordenslebens steht immer das Noviziat. P. Robert hat Teile seines Noviziats damals in der Abtei Mehrerau gemacht und sein Theologiestudium hat er von Hauterive aus in Fribourg absolviert.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Schon in seiner Familie hat er vor allem von seiner Mutter Anna einen tiefen Glauben vermittelt bekommen und sein ganzes Wesen wurde gepr\u00e4gt von einem tiefen Gottvertrauen, das in ihm immer mehr die Gewissheit hat reifen lassen: Ich bin von Gott angenommen, ich bin sein Kind, er f\u00fchrt mich auf meinem Weg und in ihm vermag ich alles. Er ist meine St\u00e4rke.<\/p>\n<p>Dieser Glaube, der sein Inneres durchdrungen hat und das Vertrauen in die F\u00fcrbitte und den Schutz der Sel. Jungfrau und Gottesmutter Maria, haben ihm wohl viel Energie und Durchhaltekraft gegeben. Gerade die fr\u00fchen Jahre seines priesterlichen Wirkens in Schule und Internat haben von dem jungen Ordensmann viel abverlangt. Am Vormittag der Unterricht am Gymnasium und dann fast nahtlos beginnend mit dem Mittagessen der oft nicht so leichte Erzieherdienst im HS-Internat mit damals noch gro\u00dfen Klassen von pubertierenden Sch\u00fclern \u2013 mit Lernbetreuung, Freizeitgestaltung und oft pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen bis in den Abend hinein, und das meist auch \u00fcber die Wochenenden, denn damals durften die Sch\u00fcler noch nicht w\u00f6chentlich heim fahren. Dazu kamen noch Korrekturarbeiten, Sprechstunden usw. Und dann war noch das eigene geistliche Leben sozusagen unterzubringen, denn das braucht ja auch Zeit und Frischluft, um nicht geistig erstickt zu werden. Das war ein wirklich fordernder Alltag \u2013 und das nicht nur \u00fcber vielleicht 5 oder 7 Jahre, sondern \u00fcber 23 Jahre. Und in all dem hat er dabei nie den Blick f\u00fcr den einzelnen Sch\u00fcler verloren, wenn er gesp\u00fcrt hat, da ist ein Problem, der braucht ein pers\u00f6nliches Wort oder eine pers\u00f6nliche Nachhilfe in dem einen oder anderen Fach. Wenn man als Priester und Pater Erzieher ist, wird man auch fast automatisch Spiritual der Familie und wird, vor allem, wenn es Probleme gibt, miteinbezogen.<\/p>\n<p>Ich denke, nur seine stoische Ruhe, seine gegebene Empathie f\u00fcr die Sch\u00fcler und seine vom Glauben gepr\u00e4gte Lebenseinstellung haben ihm geholfen, dieses gesamte \u201aAlltagspaket\u2018 ohne nervliche oder andere Probleme zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Sein Ausscheiden aus dem Erzieherdienst mit Ende des Schuljahres 1989\/90 hat dann eine sp\u00fcrbare Erleichterung in seinen Tagesabl\u00e4ufen gebracht und er ist dann auch viel \u201alockerer\u2018 geworden und es hat ihm vor allem die Ruhe am Abend gut getan. Jetzt hatte er Zeit f\u00fcr das regelm\u00e4\u00dfige Chorgebet, das ihm viel Freude gemacht hat, aber auch f\u00fcr seine schulischen F\u00e4cher am Gymnasium, und vor allem f\u00fcr Begegnungen mit lieben Menschen und insbesondere f\u00fcr Sonntagsaushilfen, die ihm viel Freude gemacht haben.<\/p>\n<p>Er konnte jetzt auch das unbeschwerte Zusammensein in der Gemeinschaft der Mitbr\u00fcder mehr wahrnehmen \u2013 als geistliche Familie. In der Klostergemeinschaft ist man ja nicht verbunden durch Geburt und Blutsverwandtschaft, sondern verbunden durch ein gemeinsames Ziel, eine gemeinsame Gesinnung und einen gemeinsamen Glauben. Familie, Geborgenheit und Angenommensein war f\u00fcr P. Robert immer sehr wichtig. Der Raster der Gemeinschaft hat ihm Sicherheit gegeben und da konnte er sich gut entfalten. Ver\u00e4nderungen hat er nicht so gesch\u00e4tzt, die haben ihn eher verunsichert. Auch das Angenommensein in seinen Aushilfspfarren war ihm wichtig. Wenns liegt schon sehr weit zur\u00fcck, aber seine Zeit in Imst-Brennbichl ist uns in unseren Erinnerungen noch sehr pr\u00e4sent. Und das kann ich sagen: Es war f\u00fcr P. Robert eine sch\u00f6ne Zeit und er hat das gerne gemacht. Ein herzliches Danke! Herrn Pfarrer Alois Oberhuber, mit dem er sich immer gut verstanden hat und den er immer sehr gesch\u00e4tzt hat. Er hat ihm an speziellen Geburts- und Jubil\u00e4umstagen oft anerkennende und lobende Worte in Gedichtform gewidmet. Ich danke auch Diakon Andreas Sturm und allen, die zu einem guten Miteinander beigetragen haben. Eine gro\u00dfe Freude war f\u00fcr P. Robert immer die gro\u00dfe Schar von Ministranten und auch der wunderbare Blumenschmuck, der nat\u00fcrlich f\u00fcr den lieben Gott war, aber es freut auch den Priester, wenn die Kirche sch\u00f6n geschm\u00fcckt ist, das macht schon eine w\u00fcrdige und erhebende Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Ebenso muss ich einen gro\u00dfen Dank sagen der Pfarre und der Gemeinde Ischgl. \u00a0P.Robert hat Ischgl immer in sein seelsorgerisches Wirken und in sein Beten miteinbezogen. \u00dcber viele Jahre war er monatlich am Herz-Jesu-Freitag und auch zu besonderen Festen zu Seelsorgsdiensten am Altar oder im Beichtstuhl oder zur Krankenkommunion in seiner Heimatgemeinde. Und der Pfarrer mit seinem Team, wie auch der jeweilige B\u00fcrgermeister und die Vereine haben ihn immer sp\u00fcren lassen, dass er herzlich willkommen ist und in Ischgl einfach mit dazugeh\u00f6rt. Und dann hat er noch den Ehrenring der Gemeinde bekommen, was ihn wirklich zuinnerst gefreut und geehrt hat. Einen herzlichen Dank Herrn Pfarrer Michael Stieber und allen, die mit ihm gekommen sind. Einen herzlichen Dank Herrn Bgm. Werner Kurz und Herrn Vizebgm. Zangerl f\u00fcr ihr Kommen wie auch den Fahnenabordnungen der Vereine. Danken m\u00f6chte ich aber auch Bgm. Markus Rinner von Stams und Vizebgm. Gerhard Wallner, dass sie hier anwesend sind.<\/p>\n<p>Am Ende des Lebens verwelken meist die St\u00e4rken und so manche Gebrechen stellen sich als die neuen Begleiter ein. Und da ist man dann froh, wenn es einen Ort gibt, wo man Hilfe und Pflege erfahren darf. So war auch unser P. Robert im letzten Lebensjahr auf Hilfe und Pflege angewiesen und hat diese in vorbildlicher Weise im Haus St. Vinzenz der Barmherzigen Schwestern in Innsbruck erfahren d\u00fcrfen. Es freut mich, dass heute drei Schwestern aus diesem Haus hier anwesend sind und ich m\u00f6chte ihnen stellvertretend f\u00fcr alle ein ganz herzliches \u201eVergelt\u2019s\u201c Gott sagen. P. Robert hat immer wieder gesagt: Die braven Schwestern sind jetzt meine Engel!<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte nat\u00fcrlich noch sehr vieles zu \u201aP. Robert\u2018 sagen. Zu seinen legend\u00e4ren Spr\u00fcchen, zu seinem \u201ageistlichen Wort\u2018 in der Oberl\u00e4nder Rundschau, zu seinen Diensten bei den Don-Bosco-Schwestern in Stams, aber das w\u00e4re jetzt zu ausufernd.<\/p>\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich ein ganz herzliches \u201eVergelt\u2019s Gott\u201c sagen f\u00fcr all das, was du, lieber P.Robert, in diesen vielen Jahren an Einsatz f\u00fcr das Stift und das Reich Gottes insgesamt getan hast. Trotz aller Arbeit hast du nie den Humor verloren und bist den Menschen mit einem weiten Herzen begegnet. Es war dir ein Anliegen, in allen Bereichen deiner Seelsorgsarbeit und in deinen menschlichen Beziehungen immer die Liebe Gottes in dieser Welt sichtbar werden zu lassen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dfen m\u00f6chte ich mit zwei Statements, die mir von zwei Freunden zugegangen sind, und die noch einmal den P. Robert in uns lebendig sein lassen:<\/p>\n<p>Wilfried schreibt: \u201eDer Heimgang des Mitbruders Robert ist f\u00fcr euch sicherlich ein schmerzlicher Verlust. Ich habe ihn in den letzten Jahren im Stift als humorvollen und freundlichen Pater kennengelernt. Es ist mir besonders in Erinnerung, wie er mir beim Betreten der Kapelle f\u00fcr das mitt\u00e4gliche Chorgebet stets zum Mitbeten unaufgefordert die Seiten im Brevier mitgeteilt hat. Er war wohl immer der erste auf seinem Platz. So bleibt er mir im Ged\u00e4chtnis.\u201c<\/p>\n<p>Das zweite Statement bezieht sich darauf, dass er meist etwas S\u00fc\u00dfes f\u00fcr die, die er getroffen oder besucht hat, in seiner Habittasche hatte und er f\u00fcr sich und die Paznauner immer f\u00fcr einen Platz im 12. Stock des Himmels gebetet hat. Er schreibt: \u201eJetzt wei\u00df er, ob der Himmel voll Paznauner ist und ob man dort Latein spricht. Ich bin ihm dankbar f\u00fcr seine Verbundenheit mit mir und der Familie. Gerne gedenke ich seiner.\u201c<\/p>\n<p>Auch wir alle, die wir hier versammelt sind, gedenken gerne deiner, lieber P.Robert, und danken Gott, dass er dich in unser Leben gef\u00fchrt hat. Du warst stets ein Mann des Gottvertrauens und der Bescheidenheit. Wir w\u00fcnschen dir jetzt die ewige Freude im Herrn.<\/p>\n<p>Amen","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sagen: bei der Geburt eines jeden Menschen schl\u00e4gt Gott ein neues Kapitel in der Sch\u00f6pfungsgeschichte auf und es beginnt ein Leben zu wachsen, wie es in den vielen Millionen von Jahren noch nie in dieser Weise gelebt wurde, denn [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3559"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3559"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3559\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3560,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3559\/revisions\/3560"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3559"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3559"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stiftstams.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3559"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}