Instrumente

Die Orgeln

Die Stiftskirche Stams verfügt über insgesamt drei Orgeln: die barocke Orgel im Chorgestühl, die Hauptorgel auf der Westempore und die Orgel der Heiligblutkapelle. Die Gottesdienste im Winterhalbjahr (Advent bis Ostern) finden überwiegend in der Heiligblutkapelle statt, im Sommerhalbjahr in der Stiftsbasilika. In Vesper und Komplet erklingt zur Begleitung des Gesangs die Chororgel, in den Sonntagsgottesdiensten in der Regel die Hauptorgel.

 

Die Rieger-Orgel 2015

Nach diversen Vorgängerinstrumenten (Neuknecht 1577, Hayl 1612) erhielt die Stiftskirche 1773 zum 500-jährigen Gründungsjubiläum eine neue Hauptorgel von Johann Feyrstein aus Kaufbeuren. Sie wurde bereits 1781 durch zwei seiner Gehilfen um ein Brüstungspositiv und weitere Pedalregister ergänzt. Kleinere Eingriffe wurden im 19.Jh durch Franz Weber vorgenommen. 1931 erfolgte eine völlige Umgestaltung durch Alois Fuetsch, der die barocke Orgel pneumatisierte. Im Jahr 2015 konnte die Stiftsorgel durch die Firma Rieger erneuert werden. Dabei wurde das historische Gehäuse restauriert und ein neues Werk eingebaut. Sie besitzt nun 43 Register auf drei Manualen und Pedal und ist mit einer elektronischen Setzeranlage ausgestattet. In ihrer klanglichen Disposition orientiert sie sich an der spätbarocken Anlage und erweitert diese um frühromantische Register.

Die Chororgel, Andreas Jäger 1757; rest. Alois Linder 2016

Mit 12 Registern verfügt die Chororgel über eine breite Klangpalette. Sie gehört zu den schönsten barocken Orgeln Tirols und wurde im Jahr 2016 von der bayerischen Firma Alois Linder restauriert. Sie fügt sich harmonisch in das beeindruckende Chorgestühl ein. Erbaut wurde sie vom schwäbischen Orgelbauer Andreas Jäger aus Füssen, der für St. Mang ein vergleichbares Schwesterinstrument schuf.

Die Orgel der Heiligblutkapelle, Franz Greil 1771; rest. Alois Linder 2015

Die Orgel der Heiligblutkapelle wurde vom Imster Orgelbauer Franz Greil 1771 geschaffen. Ihre Fassung geht auf den Stamser Rokoko-Künstler Johann Reindl zurück, der im selben Stil auch das Mobiliar der barocken Stiftsapotheke bemalte. Auf das Notenbrett wurde das Titelblatt und einige Seiten der Organo-Stimme der Missa in honorem St. Thomae Aquinatis von Jan Zach gemalt, der zu dieser Zeit im Stift lebte und komponierte. Ursprünglich hing die Orgel an derselben Balganlage wie die Hauptorgel. Nach Abänderungen durch Franz Weber im 19.Jh legte sie Alois Fuetsch 1931 beim Umbau der Hauptorgel still, und so wurde sie in den Kriegs- und Nachkriegsjahren geplündert und völlig ruiniert. Im Jahr 2015 konnte sie jedoch durch die Firma Linder wieder in ihrer ursprünglichen Gestalt von 1771 rekonstruiert und restauriert werden.

Orgeldispositionen Stams